Informationen

Ich habe versucht aus den vielen verschiedenen Größentabellen eine möglichst einfache und übersichtliche Größentabelle zu erstellen.

Bei den angegeben Werten handelt es sich um ca. Maße, die bis zu 2cm nach oben und unten abweichen können, je nach Hersteller.

Diese Auflistung soll für den Kunden nur ein Anhaltspunkt sein. Einen nicht passenden Artikel, tauschen wir natürlich um.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß.

Zur Vergösserung der Tabellen bitte auf das Bild klicken.

Normen
Die DIN EN 344 – 347-1

Seit 1. Januar 1993 gibt es europaweit eine einheitliche Norm für Sicherheits-, Schutz- und Berufsschuhe für den gewerblichen Bereich.
DIN EN 344-1 = Anforderungen und Prüfverfahren
DIN EN 345-1 = Spezifikation der Sicherheitsschuhe
DIN EN 346-1 = Spezifikation der Schutzschuhe
DIN EN 347-1 = Spezifikation der Berufsschuhe

Darüber hinaus gibt es in Deutschland noch die DIN 4843 – Teil 100. In dieser Norm werden die sicherheitstechnischen Anforderungen und Prüfungen für Rutschhemmung, Mittelfußschutz, Schnittschutzeinlage und thermische Beanspruchung festgelegt ( für Sicherheits-, Schutz- und Berufsschuhe)

Die Europäische Norm EN 344 – 347-1 gibt es in drei Sprachen:
– Deutsch
– Englisch
– Französisch

Was ist der Unterschied zwischen Sicherheits-, Schutz- und Berufsschuhen?

Sicherheitsschuhe
Schuhe zum Schutz des Trägers vor Verletzungen. Schutzmerkmal: Stahlkappe, deren Schutzwirkung mit einer Prüfenergie von 200 Joule geprüft wird.

Schutzschuhe
Schuhe zum Schutz des Trägers vor Verletzungen. Schutzmerkmal: Zehenschutzkappe (z.B. aus Kunststoff), deren Schutzwirkung mit einer Prüfenergie von 100 Joule geprüft wird.

Berufsschuhe
Schuhe zum Schutz des Trägers vor Verletzungen. Schutzmerkmal: ohne Schutzkappe, aber z.B. rutschhemmend, antistatisch usw.

Welche Klassen gibt es?
– SB = Standard, das heißt: enspricht den Grundanforderungen, kann fersenoffen sein
– S1 = Standardsicherheitsschuh
– S2 = Standardsicherheitsschuh, jedoch für Bereiche, wo mit Nässeeinwirkung zu rechnen ist (hier wird besonderer Wert auf das Leder und die Nähte gelegt)
– S3 = wie S2, jedoch mit durchtrittsicherer Einlegesohle, profilierter Sohle
Weitere Klassen folgen, z.B. für Forstarbeiter usw.

Wo werden Sicherheits-, Schutz- und Berufsschuhe geprüft?

Bei den dafür autorisierten Prüfinstitituten.

In Deutschland z.B.
– PFI (Prüf- und Forschungsinstitut für die Schuhindustrie) in Pirmasens
– TÜV

Was wird bei den Schuhen geprüft?
Die Schuhe unterliegen, je nach Sicherheitsklasse, einer ausführlichen Prüfung. Etwa 30 bis 40 verschiedene Prüfungen müssen erfüllt werden. Einige Beispiele:

– Widerstand gegen Stoßeinwirkung,
– Widerstand gegen Druck,
– Durchtrittsicherheit bei SB,
– Leder (Dicke, Reißkraft usw.),
– Biegeverhalten,
– Abriebwiderstand der Laufsohle,
– Kraftstoffbeständigkeit usw.

Erfüllen die Schuhe alle Anforderungen, wird dies von den Prüfinstituten in der sogenannten BAUMUSTERPRÜFUNG bestätigt. Muster werden bei dem Prüfungsinstitut hinterlegt. Jede Änderung an den Modellen bedarf einer erneuten Prüfung.

Woran erkennt man, ob es sich um ein geprüftes Schuhmodell handelt?
Jedes Paar muß, durch Einstanzen oder Prägen, klar und dauerhaft mit folgenden Informationen gekennzeichnet sein.

Kennzeichen:
– Größe
– Zeichen des Herstellers
– Typenbezeichnung des Herstellers
– Herstellerdatum (Quartal / Jahr)
– Nummer der Europäischen Norm
– das der Schutzfunktion entsprechende Symbol z.B. S1 usw.

Antistatischen oder leitfähigen Schuhen ist eine entsprechende Informationsschrift (Merkblatt) beizulegen.

Rutschhemmung
Die sicherheitstechnischen Anforderungen und Prüfvorgänge zur Ermittlung der Rutschhemmung bei Sicherheits-, Schutz- und Berufsschuhen ist in Deutschland in der DIN 4843 – Teil 100 festgelegt.

Diese Norm gilt in Deutschland seit 1. August 1993.

Welche Faktoren spielen bei der Rutschhemmung eine Rolle?
– Fußbodenbelag
– Verschmutzung des Bodens oder der Schuhsohle durch gleitfördernde Mittel (z.B. Öl)
– Schuhsohlenprofil
– Beschaffenheit der Schuhsohle, z.B. Gummi, PVC, PU usw.
– Tragezeit der Schuhe

Die Kombination dieser Punkte ist sehr vielfältig!

Es empfiehlt sich daher, in Arbeitsbereichen mit erhöhter Rutschgefahr, verschiedene Schuhmodelle auf ihre entsprechende Tauglichkeit zu testen.

Wie werden Schuhe nach der Norm DIN 4843 – Teil 100 geprüft?
In der obengenannten Norm sind die Prüfvorrichtungen und die Begleitumstände (Fußbodenbelag und Art der gleitfördernden Mittel) genau festgelegt. Gemessen wird mit Hilfe der „schiefen Ebene“. Eine Testperson wird mit Hilfe eines Gurtes in der Vorrichtung gesichert. Die Laufebene, die mit verschiedenen Bodenbelägen ausgestattet werden kann (z.B. Stahlplatte / ölverschmutzt), beginnt sich zu neigen. Die Neigung des Bodenbelags wird kontinuierlich erhöht, bis die Person abrutscht. Der Akzeptanzwinkel, bei dem die Prüfperson die Grenze des sicheren Gehens erreicht, wird ermittelt. Diese Messung wird dreimal durchgeführt. Der Gesamtmittelwert des Akzeptanzwinkels gilt als Bewertungsgrundlage.

Bewertungstabelle
R 1 – Von 4° bis 10°
R 2 – mehr als 10°

Erfüllen die Schuhe diese Kriterien, gelten sie als mehr oder weniger ( je nach Akzeptanzwinkel) rutschhemmend.
Schuhe können nur rutschhemmend, nicht rutschfest sein!

Bei welchen Instituten werden Schuhe auf Rutschhemmung geprüft?
PFI (Prüf- und Forschungsinstitut für die Schuhindustrie) in Pirmasens
TÜV Rheinland/Halle

Antistatische Schuhe
Was ist ESD ?

ESD (= Elektrostatische Entladung) -> elektr. – empf. – Bereich
EGB (= Elektrostatisch gefährdete Bauelemente) Antistatik

ESD kennen wir alle. Es ist ein Funke, der von einer geladenen Oberfläche auf eine andere leitfähige Oberfläche überspringt. Immer wenn wir einem anderen Menschen die Hand geben, findet eine derartige Entladung statt.

Wie laden wir uns auf?
Zum Beispiel durch das Laufen auf einem Teppich (Reibung). Die eine Oberfläche (Schuhsohle) nimmt dabei Elektronen von der anderen Oberfläche (Teppich) auf. Sie wird dadurch negativ geladen. Die andere Oberfläche bleibt positiv geladen. Auf nicht leitfähigen Materialien, wie z.B. allen Kunststoffen, bleiben Ladungen stehen. Da sie nicht abfließen können, werden sie „statische Ladungen“ genannt. Die menschliche Haut zählt durch die Schweißschicht zu den besten Leitern. Sie kann eine statische Ladung schnell aufnehmen, speichern und als eine schadenverursachende Funkenentladung abgeben.

Welche Schäden verursacht ESD?
Man schätzt die Schäden, die durch ESD entstehen, vor allem in der Mikro – Elektronik sehr hoch. Defekte Halbleiter und Leiterplatten, hervorgerufen durch die Konsequenzen von ESD, werden in Computern, Telefonapparaten oder medizinischen Geräten eingebaut. Dies führt zu Ausfall- und Reparaturzeiten, weltweit geschätzt in Milliardenhöhe pro Jahr. Statische Entladungen (Funkenbildung) können auch Explosionen, z.B. in der Lackindustrie, verursachen.

Welche Rolle spielen „antistatische Schuhe“?
Um statische Elektrizität unter Kontrolle zu halten, spielen neben vielen anderen wichtigen Schutzvorschriften auch antistatische Schuhe bzw. ESD-Schuhe eine bedeutende Rolle. Sie helfen mit, zu verhindern, daß der Mensch sich statisch auflädt.

Wann wird ein Schuh als „antistatisch“ bezeichnet?
Ein Schuh wird als antistatisch bezeichnet, wenn der gemessene elektrische Durchgangswiderstand zwischen 105 Ohm (100 kOhm) und 109 (1000MOhm) liegt.
Dies ist in der DIN EN 344-1 bis EN 347-1 (Norm für Sicherheits-, Schutz- und Berufsschuhe) festgelegt.

Wie wird gemessen, bzw. welcher Prüfung werden die Schuhe unterzogen?
Die Bestimmung des elektrischen Durchgangswiderstands ist in der DIN EN 344-1 genau beschrieben und festgelegt. Gemessen werden die Werte des Schuhs (nicht am Träger). Der Schuh hat die Prüfung unter folgenden Bedingungen zu bestehen:

Konditionierung
– trockene Bedingungen:
7 Tage bei 20 ° C + -2 ° C und 30 % r F + – 3 % r F
– feuchte Bedingungen:
7 Tage bei 20 ° C + – 2 % und 85 % r F + – 3 % r F

Dabei darf der Wert 105 Ohm nicht unterschritten (leitfähig bzw. leitend) und der Wert von 109 Ohm nicht überschritten (isolierend) werden.

Welche Einflüsse können die Werte verändern?

Der Fußboden sollte so beschaffen sein, daß er die Schutzfunktion des Schuhes nicht aufhebt. Vor allem folgende Faktoren können die antistatischen Werte des Schuhes beträchtlich verändern:
– Klima (Feuchtigkeit und Temperatur)
– Verschmutzung der Sohle
– Einlagen (nicht statisch)
– Oberflächenbeschaffenheit und -widerstand

Dem Benutzer wird empfohlen, eine Vor-Ort-Prüfung des elektrischen Widerstandes regelmäßig durchzuführen. Entsprechend „geeignete“ Teststationen für Schuhwerk sind im einschlägigen Handel erhältlich.

Wann wird ein Schuh als ESD-Schuh bezeichnet?

Ein Schuh wird als ESD-Schuh bezeichnet, wenn der gemessene elektrische Durchgangswiderstand laut Norm 61340-5-1 (Messung getragene Schuhe auf Metallplatte) zwischen 5,0 x 104 Ohm und 1,0 x 108 Ohm liegt.

Wird der Schuhe allerdings als Primärmaßnahme eingesetzt, empfiehlt die Norm, daß der elektrische Durchgangswiderstand des Systems Fußboden/Schuhwerk zwischen 7,5 x 105 Ohm und 3,5 x 107 Ohm liegen sollte. Somit ist ein optimaler Schutz geboten.

Wie sind ESD – Schuhe erkennbar?
Um ESD – Schuhe schon äußerlich zu erkennen, wird das festgelegte ESD – Zeichen sichtbar am Schuh angebracht.

Wo kann man die Schuhe offiziell prüfen lassen?
PFI (Prüf- und Forschungsinstitut für die Schuhindustrie) Pirmasens Telefon: 06331/24900
Fax: 06331/249060

TÜV Rheinland
Telefon: 0341/6056060
Fax: 0341/6056065

Oder alle anderen autorisierten europäischen Prüfinstitute für die Schuhindustrie.

Die richtige Arbeits- und Sicherheit, -Schuhpflege

I. Achten Sie darauf, daß sich das von Ihnen ausgewählte Schuhwerk für den benötigten Schutz und die Umgebung, in der es getragen wird, eignet.

II. Achten Sie auf die richtige Größe und den guten Sitz der Schuhe an Ihren Füßen. (lt. Statistik kaufen über die Hälfte aller Frauen ihre Schuhe einen Größengang zu klein)

III. Achten Sie darauf, daß feuchte oder gar nasse Schuhe, bei denen das Oberteil aus Leder besteht, nicht zwangsgetrocknet werden dürfen. Man sollte Schuhe daher niemals unter die Heizung stellen. Das Leder wird trocken und spröde und kann sehr schnell Rißbildungen zeigen.
TIP: Einfach über Nacht mit Zeitungspapier ausstopfen, das nimmt die Feuchtigkeit aus den Schuhen.

IV. Die tatsächliche Lebensdauer des Schuhwerks hängt von folgenden Faktoren ab: – Umgebungsbedingungen (Einsatz des richtigen Schuhwerks) – Pflege (Verschmutzung und Zersetzung des Produktes) – Häufigkeit der Benutzung (arbeiten Sie täglich 8 Std. und mehr im gleichen Schuhwerk, sollten Sie, allein aus Hygienegründen, ein Paar zum Wechseln haben)

V. Wird das Schuhwerk beschädigt, kann es unter Umständen den angegebenen Schutz nicht mehr bieten. Das Schuhwerk sofort ersetzen.

VI. Bei antistatischen Schuhen und Schuhwerk, bei dem es auf Rutschhemmung ankommt, ist es wichtig, daß die Sohle vom Schmutz befreit ist. (Verschmutzung kann z.B. die antistatischen Werte beträchtlich verändern)

VII. Achten Sie auf das Sohlenprofil. Schuhe mit abgelaufenem Profil sollten sofort ausgetauscht werden.